iPhone X nicht alltagstauglich?

Es gibt ja immer wieder irgendwas, das einen furchtbar aufregt. Als ich vorhin einen Artikel auf chip.de gelesen habe, wusste ich aber echt nicht mehr, was ich sagen soll – daher muss ich jetzt unbedingt den Kommentar von Thomas Moßburger kommentieren. Unglaublich.

Natürlich geht es um nichts geringeres als das iPhone X. Um dessen „Alltagstauglichkeit“, wie die Überschrift des Artikels schon verrät:

Nicht alltagstauglich: Warum das iPhone X nur ein Handy fürs Museum ist

Der Preis stört natürlich wieder. Klar ist das Ding verdammt teuer – aber ist das jetzt was neues? Produkte von Apple sind definitiv nicht günstig, das ist aber nicht erst seit gestern so.  Muss man sich darüber immer noch beschweren?
Eigentlich geht es aber wohl nur sekundär um den Preis – primär um das, das man für den Preis geboten bekommt. Die zwei Hauptpunkte, die den Autor hier stören, sind die Glasrückseite und das nahezu randlose Display.

Denn am Ende bleibt stehen: die Vorder- und Rückseite des iPhone X zersplittern quasi beim ersten Fall. Was nützt da die beste Technik? Die Stiftung Warentest steckte drei 1000-Euro-plus-iPhones in eine Trommel, die das Herunterfallen simulieren soll: Bei zweien war das Display kaputt, bei einem die Rückseite zersplittert. Die Stiftung Warentest nennt das iPhone X das „zerbrechlichste iPhone aller Zeiten“. Sie hatte zuvor auch das Samsung Galaxy S8 und das Galaxy Note 8 für deren Zerbrechlichkeit kritisiert.

Die Stiftung Warentest hat die Geräte also auf ihre Zerbrechlichkeit getestet und siehe da – es ist was zerbrochen :O ! Wer hätte es gedacht? Wer hätte ernsthaft gedacht, dass Glas zerspringen kann, wenn es herunterfällt? Das ist mir jetzt ganz neu, unglaublich.

Es scheint ein allgemeines Problem zu sein: die fast randlosen Smartphones splittern noch deutlich schneller und leichter als dies bei Smartphones ohnehin schon immer der Fall war.

Ja gut. Muss man das noch kommentieren? Je weniger „Knautschzone“ zwischen Boden und Glas, desto einfacher springt es. Auch das wundert mich herzlich wenig.

Der Rand ist wirklich nicht dick!

Bis hier ist der Artikel ja noch einigermaßen verständlich und in Ordnung, aber wegen der Verwunderung fange ich an, ein kleines bisschen zu zweifeln.. Der Höhepunkt kommt aber jetzt:

Gerät, das nicht im Alltag funktioniert
[…]
Smartphones sind Geräte, die für den Alltag gedacht sind, die immer in Hosentasche, Handtaschen oder unseren Händen zu finden sind. Das aktuelle Top-Smartphone von Apple darf dabei nie herunterfallen. Das ist unrealistisch.

Bitte was? Es ist unrealistisch zu erwarten, dass das Smartphone nicht herunterfällt? Ernsthaft?
Noch nicht verstanden? Dann ein kleines Beispiel: Jemand kauft sich ein Weinglas, eine teure Uhr, eine Flasche Wasser oder einen Teller. Der gekauft Gegenstand fällt unabsichtlich herunter und zerbricht. Wundert sich der Käufer jetzt ernsthaft darüber? Hält er es für unrealistisch? Dann muss doch wirklich stark am Verstand des Käufers zweifeln.

Aber Moment, es wird noch besser!

Als würde VW ein Auto verkaufen, dass in der Garage stehen und in der Einfahrt fahren kann, aber nicht für den Straßenverkehr gedacht ist.

Lasst mich kurz überlegen. Ein Smartphone ist für viele Sachen da. Telefonieren, Kurznachrichten verschicken, Fotos machen, Spiele spielen, Musik hören und so weiter. Aber nicht zum Herunterfallen, oder? Das wäre mir gänzlich neu. Daher ist es für mich keine Überraschung, dass es kaputt geht, wenn es doch eine unsanfte Berührung mit dem Boden hat.
Da ist der Vergleich mit dem Auto, der hier gezogen wird, mit Verlaub: Hirnrissig. Absolut idiotisch.
Apple baut das iPhone X als Smartphone, also würde das besagte Auto von VW auch als Auto gebaut werden. Das Smartphone kann also Dinge, die Smartphones eben so können und das Auto kann eben in der Garage stehen, in der Einfahrt fahren und eben doch im Straßenverkehr teilnehmen.

Und erst jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem der Vergleich zulässig ist: Das Smartphone fällt hinunter und geht kaputt. Scheiße. Aber was passiert mit dem Auto, das gegen eine Mauer fährt? Vertraut mir, das wird danach vielleicht noch fahren, aber nicht mehr so sein wie vorher. Ist das jetzt ebenso unrealistisch, wie ein Smartphone, das einen Sturz nicht überlebt? Dann muss ich aber schleunigst zu Ikea und mich über die zerbrochenen Gläser und Teller beschweren.

Quelle des Artikels: http://www.chip.de/news/iPhone-X-Warum-das-Apple-Handy-nur-ein-Handy-fuers-Museum-ist_127427243.html

About MrFreakYu

Freak, Nerd und ab und zu bloggt er was. Beruflicher Fachidiot - äh, Fachinformatiker. Die viel coolere Bezeichnung der IHK ist "Computer Science Expert - Subject Area: System Integration". Tätig als Netzwerk- und Systemadministrator hat er viel zu wenig Zeit zum Bloggen.
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